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Rundgang durch die Dauerausstellung
Erinnerung an ca. 500.000 Sinti und Roma, die in Konzentrationslagern der Nationalsozialisten umkamen; daneben die gebende und empfangende Hand als Zeichen der christlichen Nächstenliebe( Ein Sternenrad durchqreuzt von einer Rose die von einer Hand gehalten wird und von der anderen angenommen wird).
2. Kupferstich: Idee und Konzept von E. Andreatta, Umsetzung durch die Brüder Barato: Die Arbeit zeigt 12 Figuren von Häftlingen und stellt gleichermaßen die Nötigung der Gefangenen in den Konzentrationslagern und deren Solidarisierung untereinander dar.
3. Kupferstich: Idee und Konzept von E. Andreatta, Umsetzung durch die Brüder Barato: Märtyrium des Häftlings, ausgestreckt auf einem Kreuz liegend, welches gleichermaßen das Symbol von Gewalt und Folter und Hoffnung auf Erlösung darstellt.
Die Ausstellung besteht aus drei Räumen.
1.RAUM DER GESCHICHTE
Auf neun Ausstellungstafeln werden in chronologischer Abfolge und mit historischen Fotografien illustriert, Fragestellungen behandelt, die sich mit den Themen Faschismus, Nationalsozialismus, Rassismus und dem Konfliktfeld des Zweiten Weltkriegs auseinandersetzen.
1.Tafel: Das faschistische Regime in Italien
2.Tafel: Die faschistische und nationalsozialistische Rassenideologie
3. Tafel: Der Nationalsozialismus in Deutschland
Militarismus und Zurschaustellung der Macht in Militärparaden und -aufmärschen – antisemitistische Propaganda: Juden als Hauptfeinde und Bedrohung des deutschen Staates und Volkes, damit Legitimation der Rassengesetze und Durchsetzung der Ideologie der “Reinen Rasse”– Annexion der Tschechoslowakei und Österreichs.
4.Tafel: Schritt für Schritt in die Katastrophe – Italien im 2. Weltkrieg
Aufruf Papst Pius XII: Ermahnung zu Frieden und Völkerverständigung, Verteidigung der Menschenrechte des jüdischen Volkes – 1. September 1939: Einmarsch der Deutschen in Polen und Beginn des 2. Weltkrieges – Italien erklärt sich zu Verbündetem Deutschlands und marschiert neben Hitlers Armee in Frankreich ein – 10. Juni 1940: Kapitulation Frankreichs – Einmarsch der Truppen Mussolinis und Hitlers in Griechenland – Krieg gegen die englischen Truppen in Somalien, Ägypten und Nordafrika (Schlacht von Alamein) – Krieg gegen Russland: die italienische Armee beteiligt sich an Operation “Barbarossa” 1942 – Besetzung von Jugoslawien
5.Tafel : Vom 25. Juli zum 8. September 1943
Sturz Mussolinis und der Kriegsaustritt Italiens: Die Sitzung des Faschistischen Großrates – Nacht vom 24-25 Juli 1943: Mißtrauensvotum gegen Mussolini und dessen Rücktritt – General Pietro Badoglio wird neuer Regierungschef – 3. September: Unterzeichnung des Waffenstillstands mit den Allierten in Cassibile, Inkrafttreten des Waffenstillstands am 8. September – Freude des italienischen Volkes über Ende des Faschismus – Flucht des Königs und der Regierung Badoglios nach Süditalien (Brindisi) – das Militär bleibt ohne Führung und Anweisungen, erste Gefangennahmen durch deutsche Regimenter
6.Tafel: Widerstand der Italiener gegen deutsche Angriffe
Das italienische Kontingent in Kefalonien (Griechenland) – Schlacht von Rhodos, insgesamt 10.000 Tote, 6.000 sterben bei Kriegshandlungen auf Festland und 3.000 bei Seekrieg – 10. Juli 1943: Landung der Alliierten auf Sizilien – Widerstand gegen alliierte Eroberung in Neapel und Rom
7. Tafel: Errichtung der Repubblica Sociale Italiana (R.S.I.) durch Mussolini und Gründung des Comitato di Liberazione Nazionale
Die Regierung unter Badoglio und König Vittorio Emanuele III erklären Hitler-Deutschland den Krieg und stellen gemeinsam mit alliierten Streitkräften neue Truppen auf
Aufstand des Comitato di Liberazione Nazionale und der faschistischen Opposition in Rom – Einnahme Roms durch die Alliierten – Befreiung Mussolinis durch deutsche Wehrmacht – Ausrufung der Repubblica Sociale Italiana als Satellitenstaat des III. Reiches – 55.000 italienische Soldaten werden neben den alliierten Truppen an die Front geschickt, um gegen Hitler-Deutschland zu kämpfen, weitere 200.000 werden in Hilfsdivisionen eingesetzt
8.Tafel: Der Partisanenkrieg
Männer, Frauen, Mitglieder aller Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen beteiligten sich am Partisanenkrieg gegen die deutsche Besetzung in Italien – viele kamen infolge von Säuberungsaktionen um oder wurden Opfer von Erschießungskommandos – Bassano del Grappa und Padua: am 25. April 1945 Ende des 2. Weltkrieges in Italien– 8. Mai: Unterzeichnung des Waffenstillstands und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht – Ende des 2. Weltkrieges und des Nazi-Regimes
9.Tafel: Die I.M.I. (Internati Militari Italiani – Italienische Militärinternierte)
Festnahme, Kapitulation, Entwaffnung der italienischen Truppen und Deportation in deutsche Kriegsgefangenenlager – Angebot der Befreiung aus Lagerhaft bei Kooperation mit der Wehrmacht und Androhung von Strafen bei Widersetzung – NEIN! der Italiener gegen Kooperation mit Faschismus und Nationalsozialismus als Zeichen eines demokratischen Italiens – Entwürdigung, Leiden und Sterben der italienischen Gefangenen in Militär- und Konzentrationslagern
Ausstellungsgegenstände:
Im Zentrum des Raumes: Modell des Lagers Sandbostel, angefertigt aus Holz von der Alpen-Artillerie Gruppe Aosta, Modell der Lagerkapelle Wietzendorf, 2 Schaukästen aus Glas mit historischen Originalgegenständen
2. RAUM DER ERINNERUNG
Auf mehreren Ausstellungstafeln werden mithilfe von Reproduktionen von Originalfotografien die Lebensbedingungen der Lagerinsassen in deutschen Militär- und Konzentrationslagern dokumentiert, darunter vor allem die der italienischen Militärinternierten (I.M.I.) und der jüdischen Gefangenen.
Zwei Ausstellungstafeln zeigen die Lebensumstände der italienischen Militärgefangenen in deutschen Lagern, die unter Mißachtung der Genfer Konventionen und unter dem Leitspruch “Arbeit macht frei” als Zwangsarbeiter in Agrar- und Industriebetrieben Schwerstarbeit verrichten mußten – in Viehwagen zusammengetrieben, wurden die italienischen Militärgefangenen auf Lager im gesamten deutschen Gebiet verteilt – von insgesamt 650.000 Italienern starben ca. 70.000
Auf der anderen Seite des Raumes wird auf Ausstellungstafeln die Geschichte der Opfer der Rassenideologie der Nationalsozialisten dokumentiert, die in Vernichtungslagern umkamen – unter ihnen vor allem Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehowas, politische Gefangene und als “asozial” deklassierte Teile der Bevölkerung, die Hälfte der Fotografien widmet sich dem Thema des Holocaustes und der Shoa, dem systematisch geplanten und mit industriellen Methoden umgesetzten Völkermord an rund 6 Millionen Juden
Im Zentrum des Raumes sind Schaukästen aufgestellt, die historische Originalobjekte beinhalten: Tagebücher, Alltagsgegenstände von Häftlingen, die Häftlingskleidung des Priesters Don Giovanni Fortin und das von Lagerinsassen gebaute “Radio Caterina”, welches den Alltag im Lager erträglicher machte.
Raum der Stille
In vier Glasbehältern wird Erde aus den Vernichtungslagern Dachau, Mauthausen, Buchenwald und Bergen-Belsen aufbewahrt.
Der 3.Raum ist ein AUDITORIUM für Konferenzen,Vorführungen und Gespräche, vorallem nützlich für Besuche der Schülerklassen.



