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Die Internierung
Die Internierung des italienischen Militärs
►entstand aus einer rechtlichen Situation und dem ungewöhnlichen Fakt, der dem Militär die Hilfe und den Schutz des Internationalen Roten Kreuzes entzog und sie zum Spielball der Gewalt und des Missbrauches der Nazis machte;
►verzeichnete eine hohe Zahl von Opfern (über 60.000) aus verschiedenen Gründen: Ermordung, Erschöpfung, Mangel an Unterstützung, Erschießung und Krankheiten; unterstrich die einzigartige Würde der überwiegenden Mehrheit des Militärs, die mutig NEIN sagten, in einer Situation der ständigen Gefahr;
►dies demonstrierte die Gültigkeit bestimmter universeller Werte, wie des Treueids, Vaterlandsliebe, den Sinn der Flagge und die menschliche Solidarität;
►die rationalen Entscheidungen führten zur Offenbarung der Bedeutung der kulturellen Reifung;
►gab das Gefühl des Widerstandes, gemeint als Opposition zu den repressiven, autoritären und undemokratischen Systemen;
►es war ein unanfechtbarer Test, nicht programmiert von der wahren, authentischen Seele der Italiener
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Es waren zirka 650.000 Italiener, gefallen im nationalen Territorium, in Slowenien, Kroatien, Albanien, Griechenland, Korsika, in der Provence und auf den ionischen und ägäischen Inseln. Die große Mehrheit lehnte den Beitritt zur Republik von Salò ab, sie beugten sich nicht den Drohungen oder auch Schmeicheleien. Mehr als 60.000 sind nicht nach Italien zurückgekehrt: Gewalt, kriminelle und absurde Erschießungen, Krankheiten, Unterernährung, Gesundheitshygienische Bedingungen und Luftangriffe waren die Hauptursachen. Auch starben 7 Generäle während eines Überführungsmarsches aus dem Lager Schokkcn. Die Offiziere waren getrennt von den Unteroffizieren und Truppen in verschiedenen Lagern.
Die Lager waren umgeben von einem Graben mit Stacheldraht, einem Eisenzaun, kontrolliert von bewaffneten Männern in Türmen und durch kontinuierliche Patrouillen auf den Wegen. Die täglichen Mahlzeiten waren: morgens eine Schüssel mit heißem Wasser und einem Lindenblatt, 20g Zuckersirup und 20g Margarine; um zwölf Uhr die Hauptmahlzeit, eine weitere Schüssel heißen Wassers mit Kartoffeln und Futterrüben und 200g Schwarzbrot; sonntags gab es Haferflockenbrei mit Kartoffeln und einigen Fleischstückchen. Die Kartoffelschalen und ausgetrockneten Lindenblätter bildeten die Grundlage für die selbstgedrehten Zigaretten. In vielen Lagern entstand eine kreative und kulturelle Aktivität (Theateraufführungen, kleine Konzerte, Seminare auch auf universitärem Niveau, Aufbau einer Zeitung).
Die italienischen Soldaten wurden, durch die Benennung zu „Militärinternierte“ anstatt des korrekten „Kriegsgefangenen“, der Unterstützung und Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes beraubt.
Ab den 20.Juli 1944 wurden sie als “Zivilarbeiter” angesehen aber die Bedingungen blieben nahezu unverändert. Eine große Anzahl von Offizieren stellte sich gegen die Arbeit, zum Beweis ihrer Würde und Ehre.
Ihre verschiedene Regiments- und Seeeinheitsflaggen versteckten sie in den Lagern aufbewahrt sie auf: einige von diesen Flaggen befinden sich heute im Vittoriano.
Dem Unbekannten Internierten wurde die Goldmedaille des Militärs verliehen.
Von Soldaten jedes Dienstgrades, jeder Truppengattung und jeder Klasse, festgenommen in verschiedenen Territorien und unter verschiedenen Umständen, eingesperrt in verschiedenen Lagern ohne jeglichen Bezug zueinander, arme und reiche Bürger, Tagelöhner, Bauern, Angestellte, Freiberufler, Intellektuelle, Analphabeten, Bürger aus dem Norden, Süden, Zentrum und den Inseln des Landes, wurde das NEIN ausgesprochen. Dies scheint der wichtigste Aspekt der kaum bekannten Seite zu sein.
Die gefangenen italienischen Soldaten wurden im ersten Moment noch als „Kriegsgefangene“ bezeichnet aber schon am 20.September, nach persönlicher Anweisung von Hitler, wurden sie als „Italienische Militär Internierte“ angesehen. Hitler erteilte diesen Befehl mit einer rein formellen und heuchlerischen Berücksichtigung auf die, in der Zwischenzeit geschaffenen Faschistischen Republik von Salò (in Wirklichkeit ein Versallenstaat des Dritten Reichs), die mit Deutschland weiterhin verbunden sein sollte. Die faschistische Republik von Salò wurde als Weiterführung des italienischen Staates angesehen und somit war es unannehmbar für das nazistische Regime, das Militär eines verbündeten Staates als Kriegsgefangene zu bezeichnen. In Wirklichkeit, wollte Hitler mit diesem Hilfsmittel sein Hauptziel, dem italienischen Militär die zustehende Hilfe des Internationalen Roten Kreuzes , die durch die Genfer Konvention im Juli 1929 auch von Deutschland bestätigt wurde, entziehen.
Auf diese Weise nahmen sich die Nazis die Freiheit, die I.M.I. nach ihrem Geschmack zu „benutzen“ und folglich führten sie sie in die Zwangsarbeit der Industrie, insbesondere jene, der Rüstungsproduktion, in denen der Bedarf an Arbeitskräften besonders hoch war. Die überwiegende Mehrheit der Internierten wurde gewaltsam zur Arbeit gezwungen, mit zermürbenden Arbeitszeiten von 10-12 Stunden pro Tag. Eingesetzt wurden sie vorwiegend in den industriellen Zentren, die das Hauptziel der alliierten Luftangriffe waren. Die sanitären Bedingungen und die der Ernährung reichten gerade zum Überleben.
Die meisten der Offiziere (darunter 135 Generäle und Admiräle), die nicht auf die Republik von Salò eingegangen sind, blieben die ganzen 20 Monate Haft in Lagern mit psychisch verheerenden Lebensbedingungen. Durchgängige Apelle, überraschend und von langer Dauer, bei jeder Wetterlage, Tag und Nacht und unter hohem Druck, sollten die Offiziere zum Beitritt der Republik von Salò oder zum Anschluss an die militärische Formation der SS überreden. Der gleiche Druck und die gleichen Drohungen wurden nicht nur auf die Offiziere ausgeübt, sondern auch auf alle Soldaten schon seit dem ersten Tag der Internierung. Die italienischen Soldaten gaben nie auf. In überwältigender Mehrheit hielten sie immer ihr entschiedenes Nein entgegen: sie hielten ihren Treueeid zur Institution ein und verteidigten die Würde, ihre persönliche Ehre und die italienische Streitkraft.
Sie lehnten sich gegen die Gewalt auf, sie spürten die Liebe des Vaterlandes und der italienischen Flagge in ihren wahren Werten, sie fanden die Freiheit und für ihre Eroberung bevorzugten sie die Leiden der Internierung im Schatten der Schande und des fortlaufenden Krieges an der Seite der Menschenrechtsleugner; sie traten aus eigenem Recht in die Resistenz ein.



